CFD Verbraucherschutz » Darum verzichten Broker auf das Finanzprodukt

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CFDs sind alles andere als unumstritten. Dem Finanzprodukt haftet ein schlechter Ruf an, der nicht nur durch unseriöse Anbieter verursacht wird. Das hohe Risiko ruft immer wieder Verbraucherschützer auf den Plan, die sogar ein Verbot von CFDs fordern.

Welche Gründe haben die Verbraucherschützer, um ein Verbot von CFDs zu fordern?

Die Gründe, die Verbraucherschützer fordern, beziehen sich in der Regel auf zwei unterschiedliche Themenbereiche. Zum einen ist ihnen das hohe Risiko durch die Nachschusspflicht ein Dorn im Auge. Diese ermöglicht es grundsätzlich, dass Trader sogar weit mehr als ihr eingesetztes Kapital verlieren. Für viele Privatanleger sei dieses Risiko nicht ausreichend einzuschätzen.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft vor allem unseriöse Anbieter. Einer der Vorwürfe betrifft dabei speziell die Werbung. Sie beschreiben das Verhältnis von Risiko und Rendite üblicherweise absichtlich als viel zu positiv. Gerade unbedarfte Privatanleger erhalten so den Eindruck, dass es ein Leichtes ist, mit CFDs in kurzer Zeit sehr viel Geld zu verdienen. Dementsprechend ignorieren sie die Risikowarnungen, die zudem nicht eindeutig genug platziert werden. Sie finden sich häufig am unteren Ende der Webseite in sehr kleiner Schrift und in einem PDF, dass Interessenten separat herunterladen müssen. Darüber, was Nachschusspflicht tatsächlich bedeutet, klären sie jedoch nicht näher aus.

 CFD Verbraucherschutz: Die Fakten im Überblick

  • Hebelprodukte sind sehr riskant
  • Hohe Verluste durch die Nachschusspflicht möglich
  • Nur ein kleiner Teil der Trader macht mit CFDs Gewinn
  • Futures, Optionen, Forex, Futures und Optionsscheine gleichermaßen riskant
  • Handelsbeschränkungen bzw. Verbot von Hebelprodukten durch BaFin möglich


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1. CFDs vor allem mit dem Franken-Crash in die Kritik geraten

CFDs sind schon länger umstritten, wie groß das Risiko tatsächlich sein kann, zeigte sich allerdings vor allem im Zusammenhang mit der Entkoppelung des Franken vom Euro. Damals brach die zuvor festgeschriebene Grenze von 1,20 Franken je Euro und der Wechselkurs brach zwischenzeitlich auf 0,84 Franken ein. Aufgrund der Entscheidung war die beim Forex-Handel so häufig beschworene Liquidität nicht mehr im Markt und die Stop-Loss-Order der Kunden griffen nicht, weil es keine Käufer gab. Zahlreiche Order konnten erst wesentlich später ausgeführt werden.

Bekanntgeworden ist beispielsweise der Fall eines Mittzwanzigers, der mit einem Einsatz von 2.800 das 100-fache, als 280.000 Euro nachschießen sollte. Dieser gab zudem an, nicht ausreichend über das Risiko aufgeklärt worden zu sein, und strebte gegen seinen Broker IG sogar einen Rechtsstreit an.

Allerdings waren es nicht nur Verbraucher, die unter dem Franken-Crash litten. So wurde der britische Broker Alpari von den Geschehnissen ebenfalls so kalt erwischt, dass der Broker Insolvenz anmelden musste. Der Broker FXCM überlebte ebenfalls nur knapp. Andere Broker wie die Saxo Bank, die ebenfalls einen Verlust zwischen 50 und 100 Millionen Dollar hinnehmen konnte, häuften sich Beschwerden der Kunden über im Nachhinein geändert Ausführungskurse.

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Hohe Hebel beim Broker IG – CFD Handel sollte den Profis vorbehalten bleiben

2. Gibt es nur unseriöse Anbieter?

Natürlich gibt es eine durchaus eine größere Anzahl an Anbietern, die als seriös wahrgenommen werden. In Deutschland hat sich ein Großteil der Anbieter im CDF-Verband zusammengeschlossen. Um hier Mitglied zu werden, ist nicht nur eine Regulierung der BaFin notwendig, sondern auch eine Verpflichtung zum CFD-Kodex. Derzeit umfasst der Verband unter anderem die folgenden Mitglieder:

Die Ziele sind dabei vielseitig. Zum einen wollen die Mitglieder politische und regulatorische Rahmenbedingungen in Deutschland verbessern, zum anderen jedoch auch als Kompetenzzentrum für Medienvertreter dienen. Nicht zuletzt soll bei der Verbandsarbeit das Thema Anlegerschutz im Fokus stehen.

Dabei ist nicht zu übersehen, dass es sich natürlich auch um eine Verbindung von Brokern handelt, die sehr daran interessiert sind, weiterhin CFDs anbieten zu können. Dass eine solcher Verband sich auch den Anlegerschutz auf die Fahnen schreibt, zeigt eindeutig, wie problembehaftet der Handel mit CFDs sein kann.

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3. Pro: Anleger müssen geschützt werden

Die Zahlen sprechen für sich: Vom CFD-Handel profitieren vor allem die CFD Broker. Ein Großteil der Privatanleger, die dieses Finanzinstrument nutzen, verlieren Geld. Zwischen 80 und 95 % aller Händler können nicht profitabel traden. Stattdessen unterschätzen sie das Risiko. Das führt dazu, dass nicht nur ein Großteil der Privatanleger das gesamte Startkapital verlieren, sondern sie auch darüber hinaus empfindliche Verluste hinnehmen müssen. In manchen Fällen bleibt ihnen sogar kein anderer Weg als die Privatinsolvenz.

Das zeigt, dass sogar CFD-erfahrene Trader die Gefahr nicht richtig einschätzen können. Obwohl Warnungen bereits jetzt schon verpflichtend sind, gehen auch viele Einsteiger dieses hohe Risiko ein, weil sie auf schnellen Profit hoffen. Wie sich Kurse entwickeln, lässt sich zudem niemals genau vorhersagen. Für Privatanleger stimmt das Rendite-/Risikoverhältnis von CFDs nicht und dementsprechend müssen sie geschützt werden, indem ein Verbot von CDFs den Zugang zu diesem Finanzprodukt unmöglich macht.

Hedging von Positionen ist auch mit vielen anderen Finanzprodukten möglich. Zudem handelt ein Großteil der Anleger nicht, um ein Risiko abzusichern. Stattdessen versuchen sie, eine möglichst hohe Rendite zu ertraden. Letztlich handelt es sich bei CFDs um ein Finanzprodukt, bei dem vor allem der Broker gewinnt, da dieser an jedem Trade mitverdient.

Zudem gibt es das Problem, dass bei vielen Brokern auf dem Markt der Verdacht naheliegt, dass sie nicht fair mit ihren Tradern umgehen. Die Kunden berichten von verschiedenen Vergehen, wobei vor allem Kursmanipulation ein ernstes Problem sein könnte. Viele CFD-Broker haben möglicherweise mehr Ähnlichkeit mit Bucket-Shops als mit einem seriösen Anbieter von Finanzprodukten. Die etwas laxe Regulierung der CySEC, die von vielen anderen Behörden kritisiert wird, ist dabei nicht das einzige Problem. Wenn selbst die BaFin in der Vergangenheit Skandalbrokern wie FXdirekt nicht das Handwerk legen konnte, wer kann dann die Kunden vor Betrug schützen? Wäre ein Verbot nicht schon alleine deswegen sinnig, weil es bislang noch keine Möglichkeit gibt, Broker für CFDs aufgrund des unregulierten Finanzproduktes tatsächlich zu kontrollieren? Immerhin hat die FXdirekt sogar gegen Ende mit der Bremer Börse zusammengearbeitet, um sich ihre Kurse bestätigen zu lassen – tatsächlich scheint dies jedoch kein ausreichendes Mittel gewesen zu sein. Welche Möglichkeiten hat die BaFin also überhaupt, um Privatanleger zu schützen, wenn nicht das Verbot von unregulierten Finanzinstrumenten?

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Beim Broker flatex ist der Anlegerschutz Teil der Unternehmensphilosophie

4. Contra: Jeder ist für sich selbst verantwortlich

Auch wenn ein Großteil der Anleger mit CFDs Verluste einfährt, gibt es je nach Studie zwischen fünf und zwanzig Prozent, die es schaffen, CFDs erfolgreich zu handeln und damit Gewinne zu erzielen. Unter anderem wird das Finanzprodukt auch von erfahrenen Anlegern eingesetzt, um andere Positionen zu hedgen. Es handelt sich also beim CFD-Trading nicht immer um reine Spekulation. Warum also sollte diesen das Handelsinstrument vorenthalten werden, nur weil nicht jeder Privatanleger in der Lage ist, mit dem Risiko umzugehen?

Zudem besteht dann auch die Frage, warum ausgerechnet CFDs verboten werden, andere hochspekulative Geldanlagen jedoch nicht. Auch Optionen, Forex, Zertifikate, Futures und Optionsscheine können sehr riskant sein. Zudem ist das Risiko bei vielen Produkten deutlich schwieriger einzuschätzen, als dies bei den relativ einfach gestrickten CFDs der Fall ist. Dennoch sind die Forderungen, den Markt besser zu regulieren deutlich geringer. Ginge es tatsächlich um den Anlegerschutz, müssten zahlreiche dieser Produkte ebenfalls nicht mehr länger zugänglich für Privatanleger sein.

Wer den Handel mit CFDs verbietet, nimmt einer mündigen Anlegergruppe die Möglichkeit, das Finanzinstrument gewinnbringend zu nutzen. Eine bessere Alternative wäre es unter Umständen, den Zugang zu CFDs zu erschweren und flächendeckender über die Risiken aufzuklären. Auf diese Weise könnte jeder Trader nach wie vor das Finanzinstrument nutzen, dass er für seinen spezifischen Zweck nutzen möchte und Einsteiger würden besser erkennen können, wenn CFDs für sie nicht geeignet sind.

CFDs sind zudem seit jeher den Regierungen und vor allem dem Finanzamt ein Dorn im Auge. Anleger können damit auch heute noch bis zu einem gewissen Grad Stempelsteuern umgehen. Dass auch die Politik an einem Verbot von CFDs interessiert ist, könnte auch daran liegen.

Ein Verbot von CFDs wäre eine Bevormundung mündiger Bürger. Ein Großteil der Anleger kennt zudem die Risiken des CFD-Tradings. Verkalkuliert haben sich während des Franken-Crashs auch Nutzer anderer Finanzprodukte. Tatsächlich sind die Auswirkungen in vielen Fällen nicht so schlimm, wie von den Medien zu Beginn beschworen. Viele Broker haben auf große Teile der Nachschusspflicht verzichtet, bei anderen Anbietern kam es hingegen gar nicht erst zu diesem Problem.

Zudem gibt es bereits Broker, die zwei unterschiedliche Kontomodelle anbieten, bei denen Trader in einem Konto nur mit geringerem Risiko traden können. Broker verzichten beispielsweise auf die Nachschusspflicht, wenn Anleger ausschließlich mit einem geringeren Hebel traden. Wenn es einen Markt für derartige Produkte gibt, wird der Markt sich selbst regulieren. Testen kann den CFD Handel jeder Trader beim CFD Demokonto Testsieger komplett ohne Risiko und gratis.

5. BaFin plant ein Verbot der Nachschusspflicht für CFDs

Ein Kompromiss zwischen beiden Meinungen könnte die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gefunden haben. Sie plant ein Verbot der Nachschusspflicht bei CFDs. Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schließt sich dieser Forderung an. Dieser argumentiert, dass Anlageprodukte, die es ermöglich, dass Verbraucher mehr Geld als ihre Anlagesumme verlieren können, nicht aktiv an Verbraucher vertrieben werden sollte.

Ähnlich ist auch das Argument von Elisabeth Roegele, oberste Wertpapieraufseherin der BaFin. Aus Verbraucherschutzgründen könne die BaFin nicht akzeptieren, dass das Verlustrisiko bei CFDs unkalkulierbar sei.

Möglich wird dies auch durch das Kleinanlegerschutzgesetz, dass seit Mitte 2015 gültig ist und der BaFin mehr Kompetenzen in diesem Bereich bescherte. Erst seitdem fällt auch der Verbraucherschutz in den Aufgabenbereich der BaFin. Das Verbot ist dennoch noch nicht endgültig verabschiedet. Vorerst haben betroffene Broker noch die Möglichkeit, ihre Sichtweise zu diesem Vorschlag darzulegen. Bislang erscheint es jedoch, dass auch aus der Branche selbst kein Gegenwind zu erwarten ist. Die folgenden Broker äußersten ihre Zustimmung:

Damit geht die BaFin jedoch natürlich nicht so strikt gegen CFDs vor, wie von einigen Verbraucherschützern erwartet und gefordert. Ein Verbot der Nachschusspflicht ist jedoch natürlich ein bedeutender Teilerfolg für alle Verbraucherschützer, der die Risiken des Finanzderivates deutlich abschwächt.

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6. Auch die britische FCA plant Änderungen

Nicht nur die deutsche BaFin, auch die britische Finanzaufsicht FCA möchte den Handel mit CFDs beschränken. Ein Verbot der Nachschusspflicht steht hier allerdings nicht zur Debatte. Stattdessen setzen die Briten vorerst darauf, dass Broker ihre Kunden ausführlicher und detaillierter über Verlustrisiken informieren. Zudem soll das Handelsvolumen für Kunden begrenzt werden. Sollte es dazu kommen, wird der Handel mit CFD vermutlich deutlich zurückgehen und für die Broker weniger profitabel sein.

In Zukunft sollen CFD-Broker nur noch einen Hebel von 1:50 ermöglichen. Bei unerfahrenen Händlern mit maximal 12 Monate Trading-Erfahrung soll der Hebel zudem nur bis zu 1:25 betragen dürfen. Zudem ist es Broker nicht mehr gestattet, mit Boni und anderen Vergünstigungen Kunden anzulocken.. Beim CFD Broker Testsieger können derzeit noch Hebel von bis 1:400 verwendet werden.

Auch wenn diese Ankündigung bedeutende Auswirkungen auf die Aktienkurse der Broker hatte, ist die Entscheidung letztlich für alle CFD-Broker eine sehr gute Nachricht. Auch die FCA kann sich offensichtlich nicht zu einem Verbot durchringen, sodass der Handel weiterhin möglich bleibt. Die Begrenzung des Handelsvolumens ist natürlich ein großer Wehrmutstropfen für die Branche, der jedoch verkraftbar ist.

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Beim britischen Broker GKFX können Händler Hebel bis 1:400 einsetzen

7. Belgien verbietet Hebelprodukte

Als eines der ersten Länder hat Belgien den Handel mit gehebelten Finanzprodukten verboten. Das Angebot ist bereits sei August 2016 in Kraft und gilt für alle Broker, die ihr Geschäft in Belgien anbieten. Grund dafür ist nach Aussagen der Finanzaufsichtsbehörde das hohe Risiko beim Trading von derartigen Produkten. Zudem soll die Kette von Beschwerden nicht abgerissen sein. Dementsprechend verbot Belgien gleich eine ganze Reihe von Finanzprodukten. Dabei beschränkte sich das Verbot vor allem auf drei Arten:

  • Binäre Optionen
  • Finanzderivate mit Laufzeiten unter einer Stunde
  • Finanzderivate mit Hebeln

Dabei beschränkte sich das Angebot allerdings auf OTC (over the counter)-Derivate. Für Finanzprodukte auf regulierten Märkten gilt das Verbot hingegen nicht.

Auch die belgische FSMA verbietet zudem aggressive oder unangemessene Vertriebstechniken wie ungefragte Anrufe, aber auch Boni und andere Vergütungen.

8. Frankreich zog Verbot ebenfalls in Betracht

Lange Zeit wurde auch ein Verbot in Frankreich diskutiert. Die französische Finanzaufsichtsbehörde AMF war einer der ersten staatlichen Stellen, die ein derartiges Verbot überhaupt thematisierten. Inzwischen ist dies jedoch deutlich abgeschwächt. Im August verkündete sie bereits, vor allem ein Werbeverbot für Binäre Optionen, Forex oder Contracts for Difference mit einem Hebel größer als 5 zu verhängen.

Anscheinend besteht die Einschränkung bei CFDs nicht länger. Auch sie dürfen nicht mehr beworben werden. Zudem hat die AMF eine ganze Liste von Maßnahmen beschlossen:

  • Erstellen und veröffentlichen einer Blacklist von unautorisierten Forex- und binäre Optionen-Webseiten
  • Hotline für Anleger
  • Illegale Webseiten blockieren
  • Mehr Ermittlungen regulierter und unregulierter Anbieter
  • Druck auf die zypriotische Aufsichtsbehörde ausüben, um mehr Kontrollen und Sanktionen gegen Broker in Zypern zu erreichen

Zuvor hatte eine Studie über 4 Jahre den Schluss nahegelegt, dass ein Großteil der Privatanleger Geld verliert. Im Durchschnitt mussten Anleger einen Verlust von über 10.000 Euro verkraften.

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