CFD Risiko » Vorsicht vor der Nachschusspflicht!

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CFDs ermöglichen es auch Privatanlegern, mit einem sehr geringen Kapitaleinsatz von der vollständigen Kursentwicklung eines Basiswertes zu profitieren. Dies gilt jedoch auch umgekehrt: Tippt der Kunde die Richtung des Basiskurses falsch, partizipiert er auch im vollen Ausmaß an dessen Verlusten. Das größte Risiko ist dabei die Nachschusspflicht.

Wie funktionieren CFDs?

Bei CFDs (Contracts for Difference) handelt es sich um Finanzkontrakte. Auch Privatanleger können mit diesem Finanzinstrument auf Kursentwicklungen von Basiswerten spekulieren. Dabei sind sowohl Short- als auch Long-Positionen denkbar. Infrage kommen hierbei vor allem Währungspaare, Aktien, Indizes, Rohstoffe und Zinssätze.

Dabei werden alle Kursänderungen von einem CFD nachvollzogen. Das macht das Finanzinstrument sehr leicht zu verstehen und auch transparent. Bei einer für den Händler positiven Entwicklung erhält er die Differenz zwischen Einstiegskurs und Verkaufskurs (abzüglich der Gebühren des Brokers), bei einer negativen Entwicklung muss er den Verlust ausgleichen. Das macht es für Anleger sehr leicht, CFDs und ihren Erfolg zu verstehen.

Allerdings werden CFDs durchaus auch kritisiert. Grund dafür ist einerseits, dass es sich um ein unreguliertes Produkt handelt. Die meisten Anbieter treten als Market Maker auf und vermitteln primär Orders der Kunden untereinander, wenn diese entgegengesetzte Positionen eingehen. Wenn dies nicht möglich ist, sichern sie die Order ihrer Kunden allerdings auch am freien Markt ab. CFDs selbst können an Börsen jedoch nicht gehandelt werden und auch die Kurse sind in vielen Fällen sehr stark durch den Broker bestimmt. Ein weiterer Kritikpunkt gegen das Handelsinstrument ist die Nachschusspflicht.

 CFD Risiko: Die Fakten im Überblick

  • Handel von Hebelprodukten (Hebel bis zu 1:1000) riskant
  • Durch Nachschusspflicht kann Verlust das Kontokapital übersteigen
  • Möglichkeiten vorhanden das Risiko zu überwachen
  • Risikomanagement-Tools – Garantierte Stops, Trailing Stops, Preisalarme, Stop Loss
  • Verlustrisiko durch CFD Handel ohne Nachschusspflicht minimieren


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1. Die Hebelwirkung als Ursache der Nachschusspflicht

Grund dafür, dass die Nachschusspflicht überhaupt relevant werden kann, ist die Tatsache, dass Privatanleger hier einen sehr großen Hebel anwenden können. Nutzt ein Kunde beispielsweise einen Hebel von 1:100 führt dies dazu, dass er das 100-fache des eigenen Einsatzes als Handelsvolumen bewegen kann. Dies bedeutet also, dass nur ein Prozent Kursbewegung den tatsächlichen Einsatz verdoppeln kann. Kein Wunder, dass diese Vorstellung für viele Kunden sehr attraktiv ist. Auf der anderen Seite bedeutet dies jedoch auch, dass nur ein Prozent Kursbewegung in die falsche Richtung, einen Verlust des gesamten Einsatzes bedeutet.

Üblicherweise arbeiten CFD-Broker mit einer Marge, die es dem Kunden ermöglicht, das große Handelsvolumen abzusichern. Wenn sich abzeichnet, dass ein Trade sich so schlecht entwickelt, dass ein Verlust der gesamten Margin droht, erlässt der CFD-Broker üblicherweise den sogenannten Margin-Call. Er fordert den Kunden also auf, Kapital nachzuschießen, um die Position(en) zu halten.

Wenn der Trader dies nicht tut, schließt der Broker die Position automatisch. Üblicherweise handelt es sich hierbei dann eher um geringe Verluste, die über das eingezahlte Kapital hinausgeht. Dennoch ist der Trader dazu verpflichtet, das Geld nachzuschießen, also das Minus auf dem Konto auszugleichen. Dies ist also die berühmte Nachschusspflicht, die den Handel so riskant macht. Der Händler kann nämlich mehr Geld verlieren, als er eingezahlt hat. Oft geht dies vergleichsweise glimpflich aus und der Trader ist finanziell in der Lage, das Geld nachzuschießen.

Es kann jedoch auch passieren, dass die Marktlage so turbulent ist, dass der Broker die Position mit sehr großen Verlusten schließt. Der Verlust wird dann natürlich entsprechend der Hebelwirkung vervielfacht und kann zu großen Forderungen fühlen, die viele Privatanleger nicht erfüllen können.

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Im Test schneidet Plus500 gut ab. Dieses Bild stellt die Konditionen nur beispielhaft dar.

2. Die Auswirkungen des Hebels auf einen Verlust

Die folgende Tabelle macht deutlich, mit welchen Verlusten die entsprechende Hebelgröße einhergehen kann:

HebelEinsatz in Euro (Margin)PositionsgrößeVerlust bei 1 Prozent ÄnderungVerlust bei 5 ProzentVerlust bei 10 ProzentVerlust bei 30 Prozent
1 zu 101001.00010 Euro50 Euro100 Euro300 Euro
1 zu 201002.00020 Euro100 Euro200 Euro600 Euro
1 zu 501005.00050 Euro250 Euro500 Euro1.500 Euro
1 zu 10010010.000100 Euro500 Euro1.000 Euro3.000 Euro
1 zu 20010020.000200 Euro1000 Euro2.000 Euro6.000 Euro
1 zu 40010040.000400 Euro2000 Euro4.000 Euro12. 000 Euro

Ein Verlust bis 10 Prozent kann dabei durchaus innerhalb von normalen Wertschwankungen bei sehr vielen Basiswerten schon innerhalb eines Tages vorkommen, auch wenn dies vergleichsweise unwahrscheinlich ist, wenn es sich um liquide Underlyings handelt. Fünf Prozent sind hingegen durchaus marktüblich, ein Prozent Volatilität ist alltäglich. Ein Verlust von 30 Prozent ist natürlich alles andere als alltäglich. Derartige Kursrutsche sind allerdings beispielsweise beim Absturz des Euro zum Schweizer Franken bei seiner Entkoppelung der Gemeinschaftswährung innerhalb von nur einem Tag und unerwartet vorgekommen.

Bei dieser Berechnung handelt es sich allerdings nur um den direkten Hebel. Es ist durchaus möglich, dass ein Kunde ein solches Risiko eingehen kann, weil er ihn ausschließlich als Liquiditätsvorteil nutzt.

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3. Der effektive Hebel ist noch gefährlicher

Wie groß das Risiko hingegen tatsächlich ist, hängt vor allem vom effektiven Hebel ab. Dieser Hebel bezieht das gesamte Handelskapital mit ein. Er wird unter Rücksicht auf den Kontostand berechnet. Dadurch wird die Positionsgröße durch den Kontostand geteilt, wobei die Positionsgröße durch die Multiplikation von Margin und Hebel errechnet wird. Bei einem Einsatz von jeweils 100 Euro und einem Kontostand von 2.000 Euro würde sich so beispielsweise der folgende effektive Hebel ergeben:

Direkter HebelKontostandPositionsgrößeEffektiver Hebel
1 zu 102.0001.0001 zu 0,5
1 zu 202.0002.0001 zu 1
1 zu 502.0005.0001 zu 2,5
1 zu 1002.00010.0001 zu 5
1 zu 2002.00020.0001 zu 10
1 zu 4002.00040.0001 zu 20

Der Wert 100 Euro und 2.000 Euro ist speziell deswegen so gewählt, weil es sich dabei um einen Grundsatz des Risikomanagements handelt. In dessen Rahmen wird häufig empfohlen, nicht mehr als 5 Prozent des Gesamtkapitals in eine einzige Position zu investieren. Diesem Vorteil würde zumindest vordergründig genüge getan werden. Tatsächlich setzt der Trader schon mit einem Hebel von 1 zu 10 indirekt die Hälfte seines Kapitals ein. Interessant wäre nach diesem Gesichtspunkt also, welche Kursänderung der Trader verkraften könnte, um diesem Grundsatz dennoch zu genügen. Die Antwort findet sich in der Tabelle zuvor: Der Verlust darf den Einsatz von 100 Euro nicht übersteigen. Dies ist bei einem Hebel von 1 zu 10 erst ab einer Kursänderung von 10 Prozent der Fall. Bei einem Hebel von 1 zu 50 reicht hingegen schon eine Änderung von zwei Prozent.

Bei der Beispielrechnung sollten Kunden auch beachten, dass es sich hierbei um sehr geringe Einsätze handelt. Der mögliche Verlust steigt mit einem Vielfachen des Einsatzes auch um dieses Vielfache an. Beim CFD Demokonto Testsieger lässt sich das gesamte Szenario Traden unter Hebeleinsatz in einem ausführlichen Test gratis durchrechnen.

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Bei Admiral Markets können Händler je nach Konto Hebel bis 1:500 einsetzen

4. Welche Vorteile hat ein Hebel?

Die Hebelwirkung hat allerdings ohne Frage auch einen bedeutenden Vorteil. Sie ermöglicht es, mit einem Bruchteil des Handelsvolumens große Summen zu bewegen. Das bringt große Vorteile bei der Absicherung von bereits bestehenden Positionen oder aber auch bei Spekulationen auf wenig volatile Werte, bei denen sonst kaum Gewinne erzielt werden können. Einer der größten Vorteile ist natürlich auch, dass die Liquidität des Traders auf diese Weise gewahrt wird. Beim CFD Broker Testsieger (GKFX) liegt der größtmögliche verfügbare Hebel bei 1:400. Das ist eine bei Brokern häufig anzutreffende Größe.

5. Warum Stop-Loss-Order häufig nicht schützen

Grundsätzlich wird jedem Anleger geraten, in die Order direkt ein Stop-Loss einzupflegen. Es soll dafür sorgen, dass der Broker die Position schließt, wenn der Kurs des Basiswertes eine bestimmte Grenze über- oder unterschreitet. Es handelt sich dabei also um eine Absicherung, die verhindern soll, dass der Anleger mehr Risiko eingeht, als er eigentlich verkraften kann.

Allerdings sind hier auch wieder die Märkte ein Problem, die unvorhersehbar reagieren können. Wenn beispielsweise Banken oder Broker mehr oder weniger gleichzeitig zahlreiche Verkaufsorder auf dem Markt platzieren, weil die Stop-Loss-Order ihrer Kunden greifen, sind üblicherweise nicht genügend potenzielle Käufer aktiv.

Der Kurs ändert sich durch dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage so stark, dass keiner abschätzen kann, wie groß die Wertänderung noch sein wird und dementsprechend kauft auch (noch) niemand den gefallenen Basiswert wieder. Erst dann, wenn viele Anleger der Meinung sind, dass der Kurs nicht weiter sinken wird, kaufen sie wieder.

Dementsprechend fehlt dem Markt bis zu diesem Zeitpunkt die Liquidität. Nach wie vor warten die Positionen der Kunden darauf, geschlossen zu werden. Wenn sich nun wieder Käufer finden, liegt der Kurs weit unter dem, was die Händler als Untergrenze gewählt hatten. Sie können die Position also nicht mit dem Verlust schließen, den sie als Grenze definiert hatten, sondern müssen den Preis akzeptieren, den sie von ihrem Broker als Ausführungspreis erhalten.

Während Stopp-Loss-Order im normalen Markt durchaus sinnvoll sind und als Risikobegrenzung funktionieren, versagen sie üblicherweise genau dann, wenn sie am dringendsten benötigt werden – wenn sich die Kurse deutlich in die ungünstige Richtung verschieben.

Ein Stopp-Loss ist also gerade bei Marktturbulenzen alles andere als ausreichend. Dieses Problem wurde vielen Anlegern vor allem während des Franken-Crashs bewusst. Viele Broker sind auf die Besorgnis ihrer Kunden damit eingegangen, entweder auf die Nachschusspflicht zu verzichten, oder aber garantierte Stop-Loss einzuführen. Für diese müssen Kunden allerdings deutlich höhere Gebühren zahlen.

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6. Wie groß kann der Verlust sein?

Der Verlust kann im Ernstfall enorm sein. Nach dem Franken-Crash hat beispielsweise ein Anleger in einem bekannten Finanz-Forum berichtet, er habe mit einem Einsatz von 3.000 Euro eine Nachschusspflicht von 280.000 Euro erwirkt. Auch er hatte ein Stop-Loss gesetzt, doch sein Broker IG konnte die Order zu einem deutlich schlechteren Kurs ausführen. Es war zudem das Stopp-Loss, das es ihm ermöglichte, letztlich einen Hebel von 1:400 zu nutzen, sodass er innerhalb kürzester Zeit riesige Verluste hinnehmen musste. IG hatte ihm allerdings immerhin angeboten, auf 90 % der Forderung zu verzichten. Dennoch war er finanziell auch dadurch ruiniert.

Auch wenn das Risiko als ungewöhnlich groß erscheint, dass der betroffene Trader eingegangen ist: Tatsächlich galt seine Risiko als überschaubar. Der Franken war lange Zeit an den Euro gekoppelt und verfügte über einen Mindestwechselkurs von 1,20 Franken je Euro. Kurz darunter hatte der Trader sein Stop-Loss gesetzt. Dass die Schweizer Notenbank die Eurokoppelung auflösen würde, galt zu diesem Zeitpunkt nicht als wahrscheinlich. Noch im Dezember hatte der Chef der Institution versichert, dass diese bestehen bleiben würde. Auch wenn ein Kurs von 1:400 Tradern rückwirkend wie purer Wahnsinn vorkommen muss, war das Risiko weit geringer, als es scheint. Dementsprechend hatte auch der Trader gedacht, er könne maximal seinen Einsatz verlieren.

Dies ist natürlich relativ blauäugig. Spekulationen mit oder gegen eine Zentralbank sind immer mit einem großen Risiko versehen. Allerdings wissen dies viele Anleger nicht, wissen nicht einmal, in welche Gefahr sie sich begeben. Und selbst Wetten auf Indizes oder andere Basiswerte mit geringer Volatilität sind vor größeren Kurssprüngen nicht gefeit. Auch wenn sie vergleichsweise selten sind, kommen beispielsweise FlashCrashs in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen vor.

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Bei flatex ohne Nachschusspflicht traden und Risiken begrenzen

7. Broker ohne Nachschusspflicht

Bereits seit einigen Jahren existieren auf dem Markt einige Anbieter, die es auch ermöglichen, ohne Nachschusspflicht zu handeln. Bei ihnen kann allerdings üblicherweise auch nur einen deutlich geringeren Hebel handeln und muss dementsprechend eine deutlich höhere Sicherheitsleistung hinterlegen. Das Angebot ist zudem oft gegenüber anderen CFD-Brokern deutlich eingeschränkt. Es gibt auch Broker, die zwei unterschiedliche Kontomodelle bieten: eines für Sicherheitsbewusste ohne Nachschusspflicht und eines mit Nachschusspflicht und höheren Hebeln. Zu den Brokern, die auf den Ausgleich von negativen Saldi verzichten, zählen:

8. Verbietet die BaFin Angebote mit Nachschusspflicht?

Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat inzwischen erkannt, dass das größte Risiko beim Angebot von CFDs die Nachschusspflicht ist. Deswegen hat sie am 08.12.2016 ihre Absicht bekannt gegeben, bestimmte Teilangebote von CFDs zu beschränken. Kontrakte mit einer Nachschusspflicht dürften dann nicht mehr angeboten werden. Beschränkt werden sollen zudem:

  • Die Vermarktung
  • Der Vertrieb und
  • Der Verkauf von CFDs

Als Begründung nannte die BaFin den Anlegerschutz und in speziell CFDs mit Nachschusspflicht als Angebote, vor denen Anleger geschützt werden müssten. Dies liege vor allem daran dass das Verlustrisiko bei CFDs mit Nachschusspflicht für den Anleger unkalkulierbar sei.

Entscheidend sei dabei allerdings auch, dass das Risiko nicht ausreichend wirksam durch das Margin-Call-Verfahren oder Stop-Loss-Orders zu begrenzen sei. Die Kursausschläge eines Underlyings könnte schließlich innerhalb sehr kurzer Zeit so hoch sein, dass der CFD-Anbieter keine Gelegenheit hat, eine Nachzahlung zu der hinterlegten Margin anzufordern. Dann würde jedoch die Position des Kunden zwangsweise und mit großen Verlusten geschlossen. Auch Stop-Loss-Order seien kein verlässlicher Schutz. Der nächstverfügbare Kurs weiche zu häufig zu stark vom nächstverfügbaren Kurs ab.

Ob die BaFin ihre Absichten tatsächlich durchsetzen kann, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Zuerst hatten Broker noch die Möglichkeit, sich zu dem Vorhaben zu äußern. In der Branche wurde der Vorstoß allerdings positiv aufgenommen.

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